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Ist der Euro überbewertet oder gar bedroht?

1992 war das Pfund wohl überbewertet. Die Unterstützung durch die britische Notenbank reichte nicht mehr aus, um im EWS Verbund zu bleiben. Die Verbündeten konnten sich nicht auf eine Unterstützung einigen. Manche Länder sahen es aus optischen Gründen lieber, dass die DMark aufgewertet würde.

Solange der Euro um 1,35 dümpelt, ist er eher überbewertet. Könnte ihn eine Attacke von „Heuschrecken" zu Fall bringen? Ein Druck bis auf die Parität oder gar unter 0,8 mithilfe derivativer SWAPS würde für die Angreifer einen enormen Einsatz und ein entsprechendes Risiko bedeuten. Ein Niveau um 1,20 Dollar wäre eher wünschenswert. Wichtig ist es, die Maastricht-Kriterien zu überdenken, aber dann auf jeden Fall einzuhalten.
Umgekehrt nehmen Käufer dieser riskanten Staatsanleihen die höhere Verzinsung (Griechenland um 6 statt Deutschland um 3 Prozent) mit, setzen jedoch darauf, daß Griechenland nicht insolvent wird und ggf. durch Euroländer unterstützt wird.

Zur Meinungsbildung sind drei „bewegte" Euro-Phasen analysiert. In einem Gedankenexperiment wird gefragt, wann die USA den Euro hätten übernehmen können? Untersucht wurde das Stabilitätskriterium, dass vor der Konvertierung eine Währung über zwei Jahre nicht über oder unter zwei Prozent zum Eurokurs schwanken darf. Euroland selbst hätte danach nur ganz selten Euroland - also "sich" - beitreten können. Die USA auch nicht.

Die  Frage ist insofern theoretisch, weil schon Neuverschuldung und Gesamtdefizit einem Beitritt entgegen stünden.... Nein, weil niemand auf die Idee käme.

Der Euro schwächelt nicht.

Auch Euro-Skeptiker müssen doch einräumen, das die Euro-Einführung ein voller Erfolg war. Die DMark (mit 'DM/1,95...' umgerechnet) hatte seit 1980 ein durchschnittliches Niveau von 1,05 Dollar – der Euro (und die DM seit 1987) bislang 1,18 Dollar. In den Krisen hatte immer der Dollar ein Tief. Erreichte die DMark Spitzenwerte von fast 1,40 wurde der Euro in der Finanzkrise bis fast 1,60 $ notiert. Das ist nicht das Problem. „Der Euro schwächelt" ist dummes Gerede. Ein Kurs von 1,35 ist stark – vielleicht sogar zu stark. Man erinnere sich an die Klagen der Exportwirtschaft, als der Euro erstmals das Niveau von 1,20 Dollar erreichte.
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Die graue Linie zeigt die Volatilität, auch als Markthitze oder Nervosität zu interpretieren. Die hat sich sogar im Schnitt von 10,4 (DM seit 80) auf 9,5 Prozent gesenkt – und das auf einem der effizientesten Märkte mit Tausenden von Kursen alle Sekunden rund um die Uhr (24h/7T). Die Volatilität des Wallstreet Crashs 1987 in Höhe von 27 Prozent wurde bislang noch nicht wieder erreicht. Die Finanzkrise erreichte bislang 23 Prozent „Nervosität" hält jedoch länger an.
In der Grafik sind ausgewählte Ereignisse angezeigt, denen Einfluss auf die Währungskurse zugeschrieben wird. Der Höhenrausch des Dollars 1985 war Resultat der „Twin Deficits" in US-Handel und Haushalt, die täglich anderthalb Milliarden Dollar Zufluss bedeuteten. Im NY Plaza Hotel einigten sich die führenden Nationen auf gezielte Dollarverkäufe. Das führte innerhalb von zwei Jahren zu einer Halbierung des Dollarwerts und zu umgekehrten, konzertierten Maßnahmen - manche sagen auch zum Crash Okt. 87.

Man müsste es einmal vergleichen, welchen „Impact" Griechenland auf den Euro hat und welchen Verdi mit seinen solitären Streikforderungen für den öffentlichen Dienst? Nach einer anfänglichen „Testphase" scheint der Euro seit 2002 aus Krisen gestärkt hervor zu gehen. Wichtig ist, dass die Stabilitätskriterien - so willkürlich sie entstanden sind - wieder angestrebt und eingehalten werden.